Adventskranz binden

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Übermorgen schon steht der erste Advent vor der Tür. In vielen Haushalten ist der Adventskranz Tradition, um jeden Sonntag bis Weihnachten ein Lichtlein anzuzünden. Bei uns definitiv auch, denn mit jeder brennenden Kerze wächst die Vorfreude und Besinnlichkeit. Umso schöner, wenn man einen selbst gemachten Adventskranz auf dem Jahreszeitentisch stehen hat. Wer solch einen Kranz selber machen möchte, muss manche Bastelmaterialien gar nicht teuer kaufen, denn Äste und Zweige und auch Dekomaterialien finden sich auch beim Spaziergang oder bestenfalls im eigenen Garten. Naturmaterialien sind einfach schön. Aber Obacht:

Das Forstrecht ist hier eindeutig. Grundsätzlich darf man nichts aus den Wäldern mitnehmen, selbst wenn es auf dem Boden liegt wie etwa Zapfen, Blätter oder auch Äste.

Aber es gibt eine Ausnahme, nämlich den §39 im Bundesnaturschutzgesetz, die sogenannte Handstraußregel:

(3) Jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.

Pflanzen also nicht überall pflücken! Zu beachten ist nämlich, dass die Handstraußregelung nur für wild lebende Pflanzen aus der Natur gilt, an Stellen die keinem Betretungsverbot unterliegen. Ausgenommen von der Regelung sind daher landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstlich angebaute Pflanzen. Außerdem ist eine zulässige Entnahme auf geringe Mengen (Handstrauß oder den Pilz-Korb) zum ausschließlich persönlichen Bedarf beschränkt. Allgemein sind selbstverständlich immer die weiteren Vorschriften zu streng geschützten Pflanzen und Pflanzenteilen zu beachten, die einer Entwendung entgegenstehen können.

Maßlos bedienen darf man sich also nicht, und für das Pflücken und Auflesen für den Verkauf benötigt man eine Genehmigung. Nicht erlaubt ist das Pflücken in Naturschutzgebieten und das Entnehmen von geschützten Blumen und Pflanzen.

Das soll uns jetzt nicht abschrecken, nur wissen sollte man dies schon.

Obwohl uns das nicht neu ist, weist uns dieses Jahr der volle Terminkalender unseren Weg und mein lieber Mann kehrt beim Gärtner des Vertrauens, nahe des Arbeitsplatzes ein. Nichts also mit selber sammeln. So ist allen gedient und die Vorbereitungen für den Adventskranz können nun starten.

Ziel: Ein schlichter, natürlicher Adventskranz mit Zweigen und immergrünen Blättern und Gehölzen soll es werden.

Zubehör

  • 1 Strohkranz
  • 2 Bund Tannengrün
  • Mix aus Eibenzweigen, Efeu, Buchs- oder Koniferenzweigen oder dergleichen
  • grüner oder schwarzer Basteldraht
  • 4 große Kerzen, passend zur Kranzgröße
  • 4 Kerzenhalter
  • Dekoration nach Geschmack

Anleitung

Tannenzweige, Efeu, Zweige vom Lebensbaum sowie Buchs- und Koniferenzweige machen den Kranz schön vielfältig und buschig. Geeignet ist weitgehendst alles, was sich eine Weile ohne Wasser hält.

Weniger gut geeignet sind jedoch Fichten, Blaufichten und Eibenzweige, denn die Nadeln von Fichten fallen bei warmen Temperaturen im Haus schnell ab, die Blaufichte pikst stark und die Beeren der Eibe sind giftig.

Mein heißgeliebter, für Dekorationen geeigneter Eukalyptus ist für das Kranzbinden optimal. Die  silbrig-grauen Zweige sind ein Hingucker im grünen Kranz und sind stabil, was die Dauer der Adventszeit anbelangt. Alternativen sind Rosenzweige mit Hagebutten oder die gewundenen Triebe des Korkenzieherhasels.

Die Basis des Kranzes bildet bei uns der Strohkranz. Das kleinere Exemplar kostet um die 2,60 €. aber alternativ lässt sich dieser auch mit Zweigen von der biegsamen Trauerweide und Draht selber binden.

Diese Variante wirkt sehr filigran und ganz natürlich. Gerade dann, wenn noch etwas von den Weideruten zu sehen ist.

Bevor ich loslege, schneide ich mir die Büschel zurecht. Am Schönsten sind die Triebspitzen und die äußeren Zweigpartien der Gehölze. Doch auch die „Reststücke“ lassen sich wunderbar im Innern des Kranzes verarbeiten, um mögliche Kahlstellen zu vermeiden.

Am mühelosesten ist es, wenn die Zweige gleichlang sind.

Die verschiedenen Zweige zu Büscheln zusammenfügen.

Die kleinen Büschel auf den Strohreifen legen und die Enden der Zweige zweimal fest mit dem Draht umwickeln. Ein weiteres Nadelgrün-Büschel nehmen und dieses mit Draht um den Strohreifen wickeln.

Das Ganze so oft wiederholen bis der Kranz geschlossen ist.

Je buschiger die Tannenzweige sind umso fülliger wird auch der Kranz. Besonders gut zum Füllen sind Muschelzypressen. Mit ihnen lassen sich eventuelle Unregelmäßigkeiten im Adventskranz super kaschieren.

Mit den restlichen Kleinstzweigen können noch andere weihnachtliche Dekorationen bestückt werden. Es soll bei uns nichts unnötig weggeworfen werden.

Mit den Kerzenhaltern und passenden Kerzen dekoriert, wird für uns die Adventszeit eingeläutet. Die ganze Wohnung duftet herrlich nach dem satten Grün.

Fazit: Die Kränze werden jährlich anders: Mal buschiger, mal braver, mal einfach, mal farbenfroher. Ich bin durch meine mehrjährigen Kranzbind-Erfahrung der Meinung, dass die optische Ausführung auch mit dem eigenen Innenleben zu tun hat. So wie es sich bei mir im Innenleben abspielt, wird der Kranz letztendlich aussehen. Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, berichtet uns gerne darüber. Oder auch wie es Euch mit dem Kranzbinden ergangen ist.

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