Kategorie: Pädagogik

Das Zauberlicht

#Weihnachtszeit #Advent #Kinder #Augen #Freude #Sehnsucht #Erlebnis #Erkenntnis #Freundschaft

Alle Mittel bleiben nur stumpfe Instrumente,
wenn nicht ein lebendiger Geist sie zu gebrauchen versteht!
Albert Einstein

Präsentieren werde ich Euch heute ein Angebot zur Advents- und Weihnachtszeit. Lichter erhellen den Raum, Spannung macht sich breit und der Zauber der Zeit nimmt seinen Lauf.
Geprägt ist die Situation momentan natürlich durch die Adventszeit und dem anstehenden Weihnachtsfest. Lieder, Gedichte und Geschichten im Morgenkreis orientieren sich daran. Bei den etwas älteren Kindern steht das Thema Zauberei und Hexerei im Vordergrund. Derzeit finden viele Gespräche darüber statt. Ein von uns gefalteter Düsenjet wird sogar per Zauberei gelenkt. Und auch beim Malen stehen Magie und Zauberstäbe ganz hoch im Kurs.

Beschreibung 
Herstellung eines Zauberglases

Das Glas wird aus mehreren Schichten von kreuz und quer übereinander geklebten Papierstreifen oder –schnipseln bestückt . Zum Kleben verwenden wir Kleister. Der Bezug zu der beschriebenen Situation lässt sich ganz klar von dem Interesse der Kinder an der Zauberei und der Magie herleiten. Die Beobachtung der Kinder hat die Idee zum gewählten Thema reifen und entstehen lassen. In Bezug auf die Zielsetzung erhoffe ich mir eine Gruppendynamik, welche zulässt, dass mit viel Freude an das Thema herangegangen wird. Die Kinder sollen sich wild und frei und voller Energie gemeinsam dem Thema annähern.

Mein methodisches Vorgehen beinhaltet, dass ich mein eigenes, schon fertiges Zauberlicht bereitstelle, um es den Kindern zu veranschaulichen. Dabei knüpfe ich an die Vorkenntnisse der Kinder an. Hier ein Tipp von mir: Nicht für jede Kindergruppe ist diese Variante geeignet, da ein schon fertiges Objekt nicht immer motivierende Eigenschaften aufweist. Beobachtet Eure Kinder und berücksichtigt bei der Planung Eures Angebotes deren Charakter, Entwicklung, Alter etc.
Den Gestaltungskriterien wie der Farbwahl räume ich einen eigenen Gesprächspunkt ein.
In der anschließenden Gestaltungsphase stehe ich den Kindern in den gemeinsamen Arbeitsschritten behutsam zur Seite. Sie sollen so viel wie möglich selbst entdecken und bekommen Freiräume zur Verwirklichung von eigenen Ideen.
Die in der Einleitung verwendete Geschichte „Die Hexe Pimpinella und der Drache Louis“ wurde in Zusammenarbeit mit einer Kollegin eigens dazu geschrieben um die Verbindung zum Zauberlicht herzustellen. Danke dieser lieben Person dafür. ♡

Mit der Dekoration und Gestaltung des Ateliers schaffe ich eine Atmosphäre zum phantasievollen und konzentrierten Arbeiten, wobei die Freude am kreativen Tun unbedingt Vorrang hat!

Anschließend werden die entstandenen Arbeiten gemeinsam betrachtet. Hierfür habe ich eine Ablage vorbereitet, welche durch die naheliegende Heizung gleichzeitig als Trockenplatz geeignet ist.
Das abschließende Gespräch mit den Kindern über den Arbeitsprozess und die entstandenen Werke und die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung der individuellen Gestaltungswege führt die Kinder bedachtsam zurück.
Das gemeinsames Aufräumen beendet unser Kreativ-Angebot.

Richtziel: Förderung der Kreativität, Gruppenarbeit am Basteltisch

Grobziel: Die Kinder erweitern ihre Kenntnisse mit dem gewählten Material. Sie gestalten damit ihr Glas.

Feinziel: Die Kinder zerreißen Seidenpapier in kleine Stücke. Sie kleben das Glas mit Kleister und Zeitungspapier zu, ganz nach ihren Vorstellungen und entscheiden selbstständig über die Farbe ihrer Papierschnipsel.

Das Kind ist reich an Potentialen, stark, kraftvoll, kompetent
und vor allem verbunden mit Erwachsenen und anderen Kindern.
Loris Malaguzzi
Reggio Emilia

Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema

Der Bezug zum Orientierungsplan stellt sich hier unter dem Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sinne“ wie folg dar:
Die Kinder entwickeln, schärfen und schulen ihre Sinne (Hören, Sehen, Riechen, Tasten). Der Kleister wird gefühlt/gerochen, Papiere in Stücke gerissen, Anweisungen gehört, das Beispiellicht gesehen und Hände gewaschen.

Das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Denken“ fließt hier ein um Bekanntes zu variieren und weiterzuentwickeln, wie bei uns z.B. die Vorarbeit mit Kacheln (hier wurden Kacheln mit Kleister und Papier bestückt): Erkennen und sich erinnern!
Wort und Sprache werden durch die vorab erzählte Geschichte in der Einleitung gefördert, welche dann durch Wiederholung der wichtigsten Punkte nacherzählt werden können.

Das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Gefühl und Mitgefühl“ wird im sozialen Miteinander der Gemeinschaft beim Kleistern und anhand der Sprache/Kommunikation in diesem Prozess erlebt.
Es wird darauf geachtet, dass mit den Materialien und fremden Eigentum respektvoll
umgegangen wird. Auch das gegenseitige Helfen und die Ausstellung der gebastelten Werke zum Schluss dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Gestaltungsprozesse werden angeregt. Denn das Material lädt mit seinem mehr oder weniger stark schleimigem, klebrigem Charakter zum lustvollen Matschen und Kneten ein. Die Kinder festigen ihre feinmotorischen Fähigkeiten durch die einzelnen Bastelschritte.
Psychomotorischer Bereich: Die Handgeschicklichkeit wird beim Kleistern und Bekleben gefördert.
Insbesondere das Arbeiten mit Farben stimuliert die Sinne der Kinder und hat auch Auswirkungen auf die geistige Entwicklung. Das überlappen der einzelnen Farben (Seidenpapier) wird eine Vielzahl an Farbmischungen deutlich machen.
Sozialer Bereich: Die Kinder lernen durch das Teilen der verschiedenen Bastelmaterialien Rücksicht aufeinander zu nehmen: Ein Wir-Gefühl entsteht!
Affektiver Bereich: Durch Lob und Anerkennung wird das Selbstbewusstsein der Kinder gefördert.
Die Bedeutung des Raumes für den Selbstbildungsprozess des Kindes ist äußerst wichtig. Kinder brauchen eine anregungsreiche Umgebung, die ihr Tun herausfordert und unterstützt. Dieses Wissen setze ich in meinem gewählten Raum um, indem ich mit Licht und Farbe, Tüchern etc. arbeite und eine objektbezogene Lernwerkstatt entstehen lasse.
Die Umsetzung von inneren Bildern in Sichtbares/Begreifbares wird durch meine vorab erzählte Geschichte und die darauf folgende Bastelarbeit ermöglicht.
Die Ko-Konstruktiven Lernprozesse sollen angeregt werden. Somit sehe auch ich mich als aktiven Partner bei der Organisation der kindlichen Bildungsprozesse und Durchführung meines Angebotes.

Ich möchte Euch die wunderbare Geschichte meiner Kollegin gerne bereitstellen, weil so eine Kreativität Aufmerksamkeit verdient. Danke nochmals dafür.

Die Hexe Pimpinella und das Zauberglas                                                             

Die Hexe Pimpinella ist eine kleine Hexe, welche gerne zaubert und in einer kleinen Hütte im Wald wohnt. Sie liebt es anderen zu helfen und sie mit kleinen Zaubertricks zu überraschen. Eines Tages begegnet sie einem Drachen und hat anfangs große Angst vor ihm. Der Drache spricht zu ihr:
„Hallo, bist du Pimpinella die kleine Hexe? Ich bin Louis der grüne Drache“.
Pimpinella schaute ihn an und stammelt: „Ja…die bin ich wohl. Aber was möchtest du denn von mir?“
„Ich brauche deine Hilfe kleine Hexe. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich bin ein lieber Drache“

„Bei was könnte ich kleine Hexe dir denn helfen?“
„Meine Mutter ist schwer krank und nur ein Zauberlicht kann sie gesund machen. Es ist bunt und leuchtet ganz hell und klar. Ich weiß einfach nicht wo ich es finden kann“.

Pimpinella möchte dem grünen Drachen unbedingt helfen und überlegt lange.
„Ich habe eine Idee!“ sagt sie „Meine Zauberkugel kann uns den Weg zeigen“.
Louis ist überglücklich. Zusammen setzen sie sich vor Pimpinellas Glaskugel und die kleine Hexe spricht:

Zauberstab, Zylinderhut,
Zaubergeister, helft jetzt gut!
Abrakadabra 1,2,3
der Weg zum Zauberglas komme herbei.

In der Glaskugel wird der geheime Weg plötzlich ganz deutlich sichtbar. Pimpinella und Louis sehen sich an und gleichzeitig rufen beide: „Los geht´s“. Mit der kleinen Hexe auf dem Rücken fliegt der Drache also los. Die Reise dauert zwei Tage und zwei Nächte. Schließlich kommen die beiden zu einer dunklen Höhle und schleichen sich leise und vorsichtig hinein, um nach dem Zauberglas zu suchen. Ganz am Ende der Höhle finden, sie zugedeckt von Spinnenweben, das von Licht durchleuchtete Zauberglas und tanzen vor Freude im Kreis.
„Endlich kann meine Mutter wieder gesund werden. Vielen Dank Pimpinella. Du bist die beste kleine Hexe auf der Welt. Schnell, lass uns zurück fliegen, damit ich das Zauberlicht nach Hause bringen kann“.       
Zurück in Pimpinellas Hütte verabschieden sich die beiden und versprechen sich, für immer Freunde zu bleiben. „Tschüss Louis“ ruft Pimpinella dem Drachen hinterher. „Bis bald liebe Freundin“ schallt es aus der Ferne zurück.

Unsere Vorgeschichte orientiert sich am vorangegangenen Thema Krankenhaus und dem aktuellen Thema Zauberei, weshalb sich diese Geschichte genau damit beschäftigt. Ich motiviere Euch hier kreativ zu sein und Euch die Geschichte zur Einführung in das Thema einfach umzuschreiben. Passend auf die momentanen Themen Eurer Kinder.

Praktische Vorbereitungen
Mein Angebot findet im Mal- und Bastelzimmer statt. Es ist ein heller Raum mit einem runden Tisch und allen benötigten Arbeitsmaterialien. Die Gläser für das Zauberlicht habe ich mit bedacht ausgesucht, um jedem Kind die Möglichkeit zu bieten fertig zu werden. Da das wichtigste Material zur Herstellung eines Glasüberzuges Papier ist verwenden wir Seidenpapier, dieses ist saugfähig und deshalb gut geeignet. Ihr könnt wie ich für die Geschichte den Raum gerne ein wenig abdunkeln. Sprecht aber unbedingt mit den Kindern darüber und beachtet hier abermals, Entwicklung und Alter der Zwerge.

Eine Liste mit Material, Werkzeug und Hilfsmittel, aber auch Dekorationsutensilien wird Euch helfen alles zu organisieren und zu beschaffen. Mit der praktischen Übung könnt ihr das irgendwann aus Eurem Ärmel schütteln. ツ
Zusätzlich zum Arbeitstisch habe ich einen Materialtisch und einen Trockenplatz vorbereitet.
Auch das Anrühren von Farb– und Klebstoff, das Aufteilen der Materialien auf Teller, Wasserbehälter Bereitstellen, Papiere herrichten, Kittel und Lappen Bereitlegen wird von mir übersichtlich arrangiert.

Reflexion
Schon fertige Kinder dürfen gerne die Pinsel unter dem fließenden Wasser reinigen. Das birgt auch einige Freudensjuchzer. Wasser ist immer toll. 
Durch das Beschriften der Namensschilder und das entzünden des LED-Teelichtes hat die Rückführung der Kinder ein  nachvollziehbares Ende. Sie sind ganz im Hier und Jetzt und freuen sich über ihre Zauberlichter.
Einen Tag später erzählt ein am Angebot teilnehmendes Mädchen ihrer Mutter im Beisein von mir von dem Glibber und Schleimgefühl auf ihren Händen beim Herstellen des Lichtes. Bis ins kleinste Detail berichtet sie davon. Wir schmunzeln und erfreuen uns alle darüber. ♡

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Tierschutz-Projekt-Insekten

#Insekten #Fliege #Ameise #Spinne #Biene #Kinder #Kennenlernen #Schützen 

Ein Insektenprojekt im U-3-Bereich! Unmöglich oder durchaus umsetzbar?

Als Tierschutzlehrerin erfreut es mich sehr, meine Kollegen für das Thema Insekten und Tierschutz zu begeistern. An unserem Frühstückstisch besucht uns jeden Morgen eine kleine Fliege, welche von Brötchen, zu Brot und dann auf die Hand eines Kindes fliegt. „Eine Spinne, eine Spinne“ rufen die Kinder dann, welche alle zwischen einem und drei Jahre alt sind.
Unser Ziel ist es, den Kindern die Insekten als Lebewesen nahe zu bringen. Sie sollen keine Angst vor den Tieren haben, sondern sie bewusst wahrnehmen. Im Garten wurde beim Entdecken einer Ameise sofort mit dem Finger draufgedrückt. Hier soll durch das Kennenlernen der Kleinsttiere ein bewusster Umgang erlernt werden und dass es durchaus reicht mit den Augen zu betrachten.

Wir entscheiden uns in Anlehnung an das Interesse der Kinder für die Fliege, die Ameise und die Spinne. Für jedes Tier haben wir den Zeitraum von einer Woche angesetzt. In der Ameisenwoche bauen wir einen Ameisenhaufen und dieser bleibt tatsächlich den gesamten Tag unberührt stehen.

Ich erzähle den Kindern, dass die Ameisen darin wohnen und wir aufpassen müssen auf deren Haus. Selbst die Einjährigen machen einen Bogen um den Erdhaufen und zerstörten ihn nicht.

Wenn es um Bewegung, Wahrnehmung und Körperaktivität geht schlüpfen wir in die Rolle der kleinen Tiere. In der Turnhalle fliegen wir mit Seidentüchern an den Händen wie die Fliegen durch die Halle. Wir krabbeln wie die Spinne über Netze oder klettern flink wie die kleinen Tierchen die Sprossenwand empor. Auch haben wir einen überdimensional großen Ball zu Verfügung, der uns erstmal zeigt, wie es sich als Kleinsttier so anfühlt in einer Welt voller großer Gegenstände.

Im Kunstbereich malen die Kinder die kleinen Tiere mit Fingerfarbe. Bei den ganz kleinen Kindern sind es eher Kunstbilder und sie matschen gerne mit der Farbe über das Papier. Die fast Dreijährigen erinnern sich aber sehr wohl an Kopf und Beine der Tiere und setzen dies nach ihrem Ermessen um.

Auch machen wir Fingerabdrücke und symbolisieren damit den Fliegenkörper. Aus Seidenpapier schneide ich kleine Ovale aus und versehe die fertigen Exemplare dann mit Flügeln.

Während des Projekts werden auch Bildungsbereiche abgedeckt wie Sprache, Literacy und Medien. Im Morgenkreis wiederholen wir unser Erlebtes. Hier können die Kinder aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz erzählen. Auch haben wir uns Bilder angesehen und die Beinchen der Tiere gezählt.

Die musische Seite kommt ebenfalls nicht zu kurz: Zum Thema Fliege und Ameise habe ich zusammen mit einem Arbeitskollegen einen eigenen Liedtext zum Thema Fliege geschrieben zu der bekannten Melodie des Lummerland-Liedes. Die Musik mit Bewegung des gesamten Körpers regt stets alle Sinne an, und erleichtert es den Kindern, sich Texte zu merken. Auch die Melodie prägt sich schneller ein und spielerisch lernen die Kinder ihren Körper kennen und zu kontrollieren. Sie singen laut und leise, gemeinsam oder in einer eigenen Tonlage.

Eine Fliege mit zwei Flügeln
Eine Fliege mit zwei Flügeln
Fliegt herum den ganzen Tag,
Setzt sich auf die Fensterscheibe
Wie sie es am liebsten mag.
Kreist ums Frühstück und sie setzt sich
Auch mal auf das Honigbrot.
Doch lässt sie sich leicht vertreiben
Wenn man mit der Klatsche droht.
Sie kann krabbeln an der Decke,
Und genauso an der Wand.
Sie liebt alles das was süß ist
Und sie startet aus dem Stand,
Fliegt dann fröhlich durch das Zimmer
Und ist lustig anzuseh’n.
Setzt sich auch auf Hundehaufen
Und das ist dann nicht so schön.
Melodie: „Eine Insel mit zwei Bergen“
Text: © von Niki und Kollege

In der letzten Projektwoche dürfen wir ein Bienennest bestaunen, riechen den Lavendel den die Bienen so gerne mögen und probieren den Honig.

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Die Kinder erfahren, dass der Honig den Bienen gehört und es auch leckere Alternativen gibt. Dann können die Bienen den Honig nämlich behalten und freuen sich. Auch habe ich eine Geschichte zum Thema Fliege, Spinne und Ameise geschrieben und diese als Theater präsentiert. Es handelt sich um ein japanisches Geschichten und Erzähltheater und mein lieber Mann hat mir mein eigenes Kamishibai dazu gebaut. Dafür bin ich ihm so unendlich dankbar.

Auch der Flur wird in der ersten Woche des Projektes als Waldlandschaft dekoriert und  jede Woche das entsprechende neue Tier hinzugefügt.

So füllt sich die Waldlandschaft recht bald. Die vier Wochen Insekten-Projekt gehen sehr schnell vorbei.

Fazit: Es fühlt sich alles sehr richtig an und es freuen sich alle auf die Fortsetzung dieses Tierschutz-Themas. Probiert es doch einfach mal aus. Alles Gute Euch dabei. ✿

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Dschungel | Bewegungsangebot

#Dschungel #Turnraum #Kinder #Tiere #Kennenlernen #ohnetierqual #Miteinander #Glücklichsein

Es ist mir wichtig das Kennenlernen und Verstehen wilder Tiere bei den Zwergen in einem Rahmen anbieten zu können, der weder Zoobesuche, Wildtierparks, exotische Reisen oder Zirkusbesuche voraussetzt. Das soll und muss nicht gefördert werden. Im Gegenteil, viele Länder sprechen hier sogar ihr Verbot für die Wildtier-Haltung aus. Und keine Sorge liebe Eltern und Erzieher: In Büchereien gibt es unendlich viele Bildbände, CD´s und Geschichten über andere Länder und deren Flora und Fauna, da brauchen wir das Tierleid in solchem Rahmen nicht noch zu unterstützen. Obwohl ich mich an Begegnungen mit echten Elefanten nicht erinnern kann, verspüre ich für diese leidenden und vom Aussterben bedrohten Geschöpfe unendliches Mitgefühl und habe viele Plakate in meinem Leben gemalt und gestaltet, um den Menschen bildlich vor Augen zu führen, dass das Sterben dieser Riesen kurz bevor steht. Das heißt im Umkehrschluss für mich, Empathie entsteht nicht nur durch unmittelbares Gegenüberstehen, sondern durch das Wissen darum. Um so wichtiger ist es mir, dass ihr mit Euren kreativen Gedanken eigene Ideen schafft, um den Zwergen dennoch die Tiere nahe zu bringen. Daher stelle ich Euch mein Gedankengut zu Verfügung. Über eine Rückmeldung, was ihr und die Zwerge für Erfahrungen damit gemacht habt, würde ich mich sehr freuen. Dafür wäre ich Euch dankbar.

Beobachtung

Geprägt ist die Situation momentan durch einen immensen Bewegungsdrang der Kinder, der sich durch die langanhaltenden Regen-, Schnee- und Kältetage erklären lässt. Diese Beobachtungen im Vorfeld lassen mich die individuellen Ziele der Kinder formulieren. Desweiteren stellt sich mir die Frage: Was würden die Kinder gern im Dschungel machen? Bestimmt haben sie gute Ideen. Möglicherweise möchten sie Lieder über den Dschungel singen, oder wie Tarzan an Lianen springen. Oder eine Schatzsuche machen.

Analyse

Heutige Kindheit ist überwiegend gekennzeichnet durch den Verlust an unmittelbaren körperlichen und sinnlichen Erfahrungsmöglichkeiten und eine immer stärker eingeengte Bewegungswelt. Kinder ohne Bewegungsraum haben somit wenig Chance, eine gute Beziehung zu ihrem Körper aufzubauen.  Die Möglichkeiten für Kinder, sich ihre Umwelt über ihre Sinne, ihren Körper zu bemächtigen sind heutzutage gering, denn Kinder finden in ihrer Umgebung kaum noch freie Räume zum Spielen, Entdecken, Erkunden und sich Bewegen. Die Wahl der unterschiedlichen Altersstufen meiner Kindergruppe ist bewusst gewählt, weswegen ich durch das Bewegungsangebot einen gemeinsamen Nenner finden möchte, um die verschiedenen Entwicklungsstadien der Zwerge hier einfließen zu lassen.

Begründung

Bezugnehmend auf die Gruppensituation sieht das Angebot grundlegende Bewegungserfahrungen wie krabbeln, kriechen, gehen, laufen, springen, balancieren etc. vor. Die verschiedenen Stationen beim Namen nennen, Ideen einbringen und diese dann auch gemeinsam aufzugreifen setzen dies voraus. Um diese Vorstellungen zum Ausdruck zu bringen kommt hier auch die Fantasie mit ins Spiel. Die Kinder brauchen eine direkte Vorstellung dessen, was sie erleben wollen.

Sachauseinandersetzung

Bewegungsangebot: Dschungel, Reise mit Stationen und Aufgaben zu den dort lebenden Tieren.

Mein Angebot beginnt mit einer kleinen Einführungserzählung, in welcher ich die Kinder behutsam in die Thematik Dschungel und Tiere lenke. 

Gemeinsam werden wir uns also auf die Reise in den Regenwald begeben. Nach einem turbulenten Flug werden wir versuchen die Gebiete so zu durchqueren, dass sich die einheimischen Tiere von uns nicht gestört fühlen. Das wird ein Abenteuer, denn die Tiere sind hellwach und haben gute Augen und Ohren. Umso bedachter müssen wir uns die Routen durch die Steppe auswählen und durchqueren. 

Die Zwerge haben im Vorfeld Tierbilder gemalt, ausgeschnitten und aufgeklebt.

In Bezug auf die Zielsetzung erhoffe ich mir eine Gruppendynamik welche zulässt, dass mit viel Freude an das Thema herangegangen wird. Die Zwerge sollen sich mit Neugierde und Gefallen gemeinsam dem Thema Abenteuer annähern.

Die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung von Kindern ist heute unumstritten. So gleichen Bewegungsangebote den allgemeinen Bewegungsmangel von Kindern und mit den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Motorik, physische und psychische Gesundheit aus, wirken präventiv und beeinflussen die kognitiven Lernleistungen positiv. Bewegung ist eine zentrale Ausdrucksform des Kindes. Durch sie setzt sich ein Kind mit seiner personalen und materialen Umwelt auseinander, wirkt auf sie ein und versucht die Welt zu verstehen.

Bewegung, Spiel und Sport sind anerkannte wichtige Bestandteile des frühkindlichen Bildungsprozesses, die sowohl die körperliche und motorische als auch die kognitive, psychische und soziale Entwicklung eines Kindes fördern. Der Bewegungsbereich stellt deshalb eine zentrale Säule der Erziehung dar. Die Stärkung der motorischen Fähigkeiten und des Wohlbefindens, sowie die Gewährleistung einer gesunden Entwicklung, gelten in diesem Altersbereich folglich als Hauptziele. 

Ausgewählte Inhalte

Gemeinsam mit den Kindern möchte ich das Thema Dschungel-Tiere thematisieren, denn durch die Geschichten und die Gedanken von ihnen ergeben sich eventuell magische Vorstellungen. Diese Magie möchte ich bewusst jedem Kind gewähren. Die Turn-Elemente bieten sich aus dem Vorrat der Einrichtung an und werden von mir gezielt ausgewählt, um an den Zielformulierungen anknüpfen zu können. Die Stationen werden von den Zwergen frei gewählt und können dadurch stark variieren.

Die Trink- und Essenspause ist zeitlich gegen Ende der Bewegungsstunde gewählt und ist in Bezug auf Salutogenese wichtig.

Für die Sinneswahrnehmung der Kinder stellt die Umwandlung in Tiere keine Problematik dar. Es wird ihnen durchaus möglich sein ihre eigenen Körperbereiche von denen der Tiere zu unterscheiden.

Den Bezug zum Orientierungsplan werde ich hier nicht aufführen.

Erläuterung und Begründung der gewählten Methode und Medien

-Kennt ihr den Dschungel?

-Welche Tiere leben dort?

-Wir werden dort heute hinreisen. Das wird abenteuerlich.

Gestaltungsprozesse werden angeregt, denn die Kinder sollen sich frei im Raum entfalten können und sich aktiv bei der Formung der Stationen und Aufgaben beteiligen. Mit dem Medium Bewegung (Bewältigen der verschiedenen Stationen) kann hier an dem natürlichen Bewegungsdrang, den Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder angeknüpft werden, nämlich an:

  • der Bewegungsfreude 
  • der Neugierde 
  • dem Verlangen nach kreativen Bestätigungsmöglichkeiten 
  • der Spielfreude und Fantasie
  • der Experimentierfreude
  • der emotionalen Ansprechbarkeit

Mein methodisches Vorgehen beinhaltet also, dass wir im Bewegungszimmer zusammenkommen und uns begrüßen. Danach werden die Kinder ihre Turnsachen an der vorbereiteten Umkleidebank anziehen. Die Kinder ziehen sich Kärtchen, auf welchen Tiere abgebildet sind, welche die Kinder im Vorfeld ja schon selbst gestaltet haben.

Diese Tiere sind in Kreisform in der Mitte des Raumes auf dem Boden angebracht und ermöglicht jedem Kind seinen festen Sitzplatz zu haben. Da ich das letzte Kärtchen ziehen werde, hat jedes Kind die Chance auszuwählen und wird nicht benachteiligt sein.

Vorbereitung

Eine Liste bestückt mit Bewegungsmaterialien wie Tücher, Reifen, Hütchen, Matten und weiteres, aber auch Dekorationsmaterialien werden von mir organisiert. Die Raumbenutzung und deren Aufteilung wird im Vorfeld überlegt.

Aufwärmphase

  1. Der fliegende Bewegungsraum

Die Spielregeln werden erklärt und jedes Kind sucht sich dann für die Aufwärmphase ein Transportmittel für die Lüfte heraus (Hubschrauber, Segelflieger, Düsenjet, Zeppelin, Vogelflügel, Luftballon usw.), denn wir wollen gemeinsam in den Dschungel reisen. Alle imitieren ihre Flugmaschinen mit typischen Bewegungen und Geräuschen nach. Ein Zwischenstopp muss zum auftanken eingelegt werden. Wenn alle Maschinen wieder in der Luft sind ertönt nach einer kurzen Zeit das Kommando „Vorsicht Landung“. Alle Zwerge landen auf ihren Plätzen.

  1. Bewequnqsphase

Nach der Landung im Regenwald und der anschließenden Bewegungssphase sollen die Kinder so viel wie möglich selbst entdecken und bekommen Freiräume zur Verwirklichung von eigenen Ideen. Die immer wiederkehrende Erzählung von unserer Erlebnisreise im Dschungel werde ich gemeinsam mit den Kindern gestalten. Ich gebe Ideenvorschläge, diese können sich aber später in eine ganz andere Richtung weiterentwickeln.

Somit lasse ich dem Ko-Konstruktivismus hier freie Entfaltungsmöglichkeit und ich werde damit umgehen können, wenn es anders läuft wie von mir vorgesehen. Mit der Dekoration und Gestaltung des Bewegungsraumes möchte ich eine Atmosphäre zum phantasievollen Bewegen schaffen, wobei die Freude und der Spaß äußerste Priorität hat.

2a.Tiger

Im Dschungel empfängt uns als erstes ein Tiger.

-Wie bewegt sich ein Tiger?

-Ist er schneller oder langsamer als wir?

-Was frisst/jagt ein Tiger?

Die Goldkatzen bewohnen die dichten, feuchtwarmen Regenwälder am Äquator. Tagsüber verstecken sich die Katzen in Baumhöhlen oder hoch oben in den Bäumen. Dort sind sie in ihrer Ruhephase vor Feinden und anderen unliebsamen Überraschungen sicher. Erst in der Dämmerung werden sie aktiv und verlassen ihre schützenden Verstecke, um auf die Jagd zu gehen. Sie sind nachtaktiv und dürfen deshalb auf keinen Fall vom Weg abkommen. Hierfür legen wir die Reifen aus. Entweder von Reifen zu Reifen springen, oder von Reif zu Reif rüber krabbeln.

2b. Krokodil

-Was frisst ein Krokodil?

-Wo lebt es?

-Wie bewegt sich ein Krokodil?

Krokodile leben in Flüssen und Seen. Sie besitzen einen seitlich abgeflachten Schwanz, mit dessen Hilfe sie schnell schwimmen können. Außerdem haben sie hochliegende Augen und Nasenlöcher, so dass sie fast vollständig untertauchen, aber trotzdem noch atmen und aus dem Wasser schauen können. Wir werden versuchen uns vorsichtig über den Fluss hinüberzuziehen: Auf der Turnbank.

2c. Flamingos

-Wie sieht ein Flamingo aus?

-Welche Farben hat er?

-Wie steht ein Flamingo?

Flamingos haben lange, dünne Beine, einen langen Hals und ein rosa Gefieder. Ihre langen Beine ermöglichen ihnen auch noch das Waten in größeren Tiefen. Wir werden versuchen uns auf den roten Balancekissen einbeinig zu halten und in Abwandlung uns dabei nach vorne zu beugen. Oder auch die Noppenseite des Kissens zu benutzen. Ein Zwerg fing dabei zu kichern an, weil es sich unendlich kitzlig anfühlt. ツ Nicht alle Zwerge mögen dies allerdings.

2d. Schlange

-Wie bewegt sich denn eine Schlange?

-Können wir das auch?

Alle Schlangen besitzen einen länglichen und dünnen Körper und haben bis auf wenige Ausnahmen ihre Gliedmaßen vollständig verloren. Häutung: Weil Schlangen, wie alle Reptilien lebenslang weiterwachsen, ihre Haut jedoch nicht kontinuierlich abgeschuppt wird, müssen sie sich regelmäßig komplett häuten. Gemeinsam werden wir die Kegel aufbauen und versuchen uns wie die Schlangen hindurch zu schlängeln.

2e. Bär

-Was fressen Bären?

-Wo schlafen denn die Bären?

–Wir bauen jetzt eine Bärenhöhle. Habt ihr eine Idee?

Nun kommen wir zu den Braunbären. Gemeinsam wollen wir versuchen eine gemütliche Bärenhöhle zu bauen, da wir uns ausruhen wollen.

2f. Affe

-Wo sieht man meistens die Affen herumtoben?

-Schaffen wir es von Blatt zu Blatt auf den anderen Baum zu gelangen?

Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen tummeln sich im Urwald Wir kommen durch das Gebiet der Affen. Bei starkem Regenfall schützen sich die Tiere vor den starken Regengüssen. Blätter (Teppichfließen) können den Tieren Schutz bieten.

Sumpfgebiet durchqueren!

Der erste Zwerg erhält seine Teppichfliese, nur auf diese darf er stehen – er muss also das zweite Blatt immer wieder vor sich hinlegen, um auf die andere Raumseite zu gelangen. Wir können zwei Gruppen bilden, welche gegeneinander oder besser noch miteinander antreten.

3.Ausklang

Ich lasse die Zwerge erzählen, möchte wissen wie es ihnen gefallen hat, wie sie sich fühlen. Vielleicht wollen sie zuhause mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden daran weiterspielen. Das gemeinsame Aufräumen beendet mein Angebot. Zum Schluss dürfen die ausgepowerten Zwerge aus einem Korb mit Früchten eine Banane ziehen um sich entweder zu stärken, oder das Obst mit nach Hause zu nehmen.

Weiterführungsmöglichkeiten

Allein schon beim Thema Tiere ist die Weiterführungsmöglichkeit immens groß. Hier können Bücher eingesetzt werden, aber auch alle anderen Bildungs- und Lernfelder lassen dieses Thema aufgreifen. Hier gibt es fast keine Grenzen. Zeigen die Kinder großes Interesse an der Bewegungsrunde, können auch in einer weiteren Bewegungseinheit weitere Tiere und deren Charaktere aufgegriffen und in passende Körperbewegungen umgesetzt werden. Das heißt, es kann dieses Angebot auch wiederholt aber auch weitergeführt werden. Das Interesse am Regenwald kann auch im Atelier in Form von Bildern farbig aufgegriffen werden, aber auch Basteleien oder Collagen lassen sich hier in Gemeinschaftswerken erarbeiten. Bei mir möchten die Zwerge zum Beispiel unbedingt eine Kokosnuss öffnen, weil im Nachgespräch die Rede darauf fiel. Dies können wir im Werkraum dann auch umsetzen.

Einen Ideenvorschlag habe ich Euch noch: Eine Art Yoga, welches die Zwerge ganz arg mögen. Passend zum Angebot und mit den verschiedensten Tierarten zu kombinieren.

Eine Dschungel-Tapete habe ich noch zur Dekoration im Bewegungsraum verwendet. Sie soll zur Veranschaulichung dienen, dass wir nicht zwingend in fremde Länder reisen müssen, um Erfahrungen sammeln zu können. Der Blick in die Ferne und das Wissensgut darum, reicht uns vollkommen aus.

Fazit: Die Kinder sind in ihrem Element. Sie können toben, fauchen, schlängeln, kriechen, hüpfen und viel, viel lachen. Es ist eine Freude hier zu beobachten, wie die Kinder sich in die verschiedenen Rollen einfühlen können und dies eins zu eins auch umsetzen. Je nach ihrem Entwicklungsstand eben. Wir Erwachsenen können uns hier einige Scheiben davon abschneiden, denn so empathisch und liebevoll sind von Herzen nur unsere Sprösslinge.

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Apfel-Projekt

#Apfel #Bio #Natur #Eigenanbau #Import #Projekt #Angebot #Erfahrung #Zwerge

Während schon im September der Tag des Apfels in Norddeutschland gefeiert wird und Ende November in Großbritannien, findet sich der Tag des deutschen Apfels landesweit am 11. Januar 2020 ein.

Schon in der Bibel spielt der Apfel eine entscheidende Rolle. Schneewittchen wurde mit einem Apfel vergiftet und angeblich hält ein Apfel am Tag den Arzt fern. Es ranken sich sehr viele Geschichten darum. Und weil die kleine, gesunde Vitamin-C-Bombe auch das Lieblingsobst schlechthin ist wird dem Apfel ein Ehrentag eingerichtet.

Über Apfelbäume freuen sich aber nicht nur wir Menschen, sondern auch Bienen, Hummeln und andere Insekten, vor allem auch das Klima. Deshalb steht einem Angebot für unsere kleinsten Zwerge im Kindi und Zuhause doch nichts im Wege. Ich biete Euch mein eigenes geistiges Eigentum. Einfach so. Umsonst. Lasst Euch inspirieren. Seien wir kreativ.

Projektwoche Apfel

Wir beginnen mit dem erstes kleinen Angebot: Dem „Kennenlernen“ der Äpfel und der verschiedenen Apfelsorten. Wir entdecken den Aufbau eines Apfels mit seinem Kerngehäuse und erfahren in einer folgenden Geschmacksprobe wie unterschiedlich jedes einzelne Obst doch schmeckt.

Einführung

Material

  • Äpfel
  • Apfelkerne
  • Messer
  • Schneidebrett
  • Dreieckstuch
  • Körbe

In der Mitte des Tisches stehen mehrere Körbe, abgedeckt mit einem großen Tuch. In einer Gesprächsrunde überlegen wir, was sich wohl unter dem Tuch befindet.  Beim Aufdecken sehen die Kinder mehrere Apfelkörbe. Wir überlegen uns, was uns alles zum Thema Apfel einfällt und warum die Äpfel verschieden Formen und Farben haben. Ob jeder Apfel gleich aussieht, gleich schmeckt. Dann lasse ich ein Säckchen herumgehen, in welches jedes Kind hineingreifen darf. Es sind Apfelkerne darin enthalten. Die Kinder behalten ihre Lösung bei sich. Wir stellen nun Überlegungen an, ob denn jeder Apfel Kerne hat? Und warum überhaupt?

Reihum probiert jedes Kind von jeder Apfelsorte. Zu Verfügung steht noch eine Tuch, falls ein Kind ohne zu schauen, nur den Geschmack einsetzen möchte. Die Kinder können dies frei entscheiden. Wenn jeder Apfel getestet wurde versuchen sich die Kinder, an die verschiedenen Geschmacksrichtungen zurück zu erinnern. Zum Abschluss werden wir versuchen zu beschreiben, wie unterschiedlich die Apfelsorten schmecken. Das ist so spannend.

Aus diesen Impulsen heraus ergeben sich wiederum neue Anhaltspunkt, die wir Aufgreifen und in weiteren Angeboten umsetzen.

In einer nächsten Angebotseinheit schneiden wir die Äpfel klein und machen uns einen Apfelsalat für unseren Frühstückstisch.

Ab jetzt finden einmal die Woche Vormittags Angebote zu unserem Apfelprojekt statt. Das möchten auch alle Eltern und Erziehungsberechtigten gerne wissen und wir bereiten deshalb einen kreativen Infobrief vor. Die Kinder haben so viele Ideen und Basteln, Malen und Kleben um die Wette.

Auch werden Einladungen für den Apfel-Elternabend geschrieben um unser Projekt vorzustellen und alle dafür anfallenden Termine zu präsentieren.

Den Flur dekorieren wir derweil mit selbstgebastelten und gemalten Kunstwerken. Auch befindet sich hier eine Tafel, mit allen uns nun bekannten Apfelsorten. Hier preisen wir den für uns leckersten Apfel mit einem Apfelmagnet. Dies kann sich täglich ändern, denn manches Mal erhaschen wir einen besonders süßen und leckeren Apfel der einen Sorte, ein anderes Mal schmeckt uns ein süß-säuerlicher Apfel der anderen Sorte um Weiten besser. Hier wird jeden Tag der Apfel-Tagessieger gekrönt

Liedeinführung: „In meinem kleinen Apfel“ ♫ ♪ ♪ ♫ ♩ ♬

Ich singe für mein Leben gerne. Falls Ihr das mit mir teilt, freut es mich sehr für uns. Falls nicht: Habt keine Angst davor, die Kinder helfen Euch in allen Belangen und jedes angestimmte Lied wird zum Erfolgshit!

Material

  • Stöcke,
  • Puppenstubenzubehör
  • Holzbäume
  • Äpfel
  • Steine, Erde
  • Papierfiguren
  • Gitarre

Im Vorfeld habt ihr bereits im Morgenkreis schon die Melodie und den Text mehrfach angestimmt. Zur Verfestigung und bildlichen Darstellung legen wir das Apfelgehäuse mit den Apfelbaumzweigen in die Mitte des Stuhlkreises. Anknüpfend an den vorherigen Morgenkreis werden sich die Kinder daran zurück erinnern. Diesmal werden wir aber die fünf Stübchen mit den Textinhalten befüllen um dies bildlich darzustellen.

Da ich den Text vom Lied hier nicht veröffentlichen werde, könnt ihr Euch an den gemachten Bildern orientieren und Euch auch besser vorstellen, wie ich das umgesetzt habe.

Die Kinder legen also erst den Apfelstern mit den fünf Stübchen. Zu der jeweiligen Strophe werden die passenden Bilder und Gegenstände ausgewählt. Die einzelnen Strophen lese ich laut und deutlich vor. Dann singen wir gemeinsam. Am Ende werden wir das Lied mit Gitarrenbegleitung vervollständigen. ♫ ♪ ♪ ♫ ♩ ♬

Bucheinführung

Das nächste Angebot steht im Zeichen der Erzählung und dem Kamishibai. Ja, mit diesem japanischen Zaubertheater arbeite ich tatsächlich am Liebsten. Es trägt mich und die Kinder in eine Märchenwelt, voller Zauber, Magie und Spirit. Falls es Euch schwer fällt damit zu arbeiten, könnt Ihr hier gerne eine Bilderbuchbetrachtung im klassischen Sinne vorbereiten. Es soll immer authentisch sein.

Material

  • Buch
  • Kamishibai
  • Apfel

In dem Buch „Das „Apfelmäuschen“ wird ein Apfel zum Haus! Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Mäuschen, das einen Unterschlupf sucht. Im Garten findet es einen Apfel und beginnt, ihn auszuhöhlen. Es hält Einzug in sein neues Haus, bekommt Besuch von einer zu dicken Weinbergschnecke, die mit ihrem großen Schneckenhaus nicht durchs ausgeknabberte Fenster passt und erlebt einen kräftigen Regenschauer, der sie wie einen Igel aussehen lässt. Obwohl die Fotos im Buch schwarz-weiß sind, sind die Kinder immer wieder aufs Neue fasziniert. Vielleicht ist das aber auch gerade der Reiz. Das Buch ist schlicht gehalten und ein Gegentrend zu den oft sehr überfrachteten Bilderbücher. Auch die Sprache ist sehr klar und ansprechend. Ein Traum.

Immer und immer wieder fiebern die kleinen Zuhörer mit, wenn das “Apfelmäuschen” loszieht, um die Welt im Garten zu erkunden.

Wir setzen uns für die Geschichte in den Stuhlkreis. In der Mitte des Tisches liegt ein Apfel mit einem Tuch abgedeckt. Wenn alle Kinder sitzen werde ich fragen, ob jemand weiß, was unter dem Tuch liegen könnte. Beim Aufdecken sehen die Kinder einen ausgehöhlten Apfel. Wir überlegen uns, warum wohl der Apfel Löcher hat. Wer diese Löcher wohl hineingebohrt haben könnte….oder etwa gefressen….genascht oder gesägt? Dann erzähle ich den Kindern, dass ich heute eine Geschichte zu diesem Apfel mitgebracht habe und wir diese in einer Art Theater erfahren werden. Das Kamishibai ist eine japanische Form des Erzähltheaters, bei dem die Handlung durch Bildtafeln in einem bühnenähnlichen Rahmen dargestellt wird. Ihr könnt hierfür mit den Kindern auch eigene Apfelgeschichten erfinden und die Bilder fürs Theater selber basteln und malen.

Versucht bei Eurer Präsentation zum Apfelmäuschen möglichst frei und kindverständlich zu sprechen. Greift die Überlegungen und Fragen der kleinen Zwerge auf, um darauf einzugehen und andere Angebote daran anzuknüpfen.

Äpfel tonen und anmalen

Material

  • Ton
  • Farben wie Fingerfarben/Bio-Acrylfarben/Wasserfarben
  • Erde
  • Wasser

Anlehnend an die Buchpräsentation im Kamishibai stehen uns heute 2,5 Kilo Ton im Atelier zu Verfügung, welchen wir auf die 20 vorgesehenen Zwerge gerecht aufteilten. Zuallererst öffneten wir die Verpackung.

Dann teilen wir den Ton in gerechte Stücke. Die Kinder helfen bei der Einteilung mit und korrigieren, wenn sie mit der Vorabzeichnung im Ton nicht ganz einverstanden sind.

Jeder Zwerg formt zuallererst eine Kugel. Gar nicht so leicht. Der Anfang gestaltet sich schwer, da der Ton erst weichgeknetet werden muss. Nach einer Weile bemerken wir, dass der Teig geschmeidiger wird und sich viel weicher und sanfter anfühlt.

Nach der Formung der Kugel, bohren die Zwerge ein Loch in den Apfel. Sie wollen die Höhle der Maus nun endlich bauen. Manche machen zwei Eingänge, ein „Fenster“ und eine „Türe“, ganz wie das Apfelmäuschen. Korrigiert dabei bitte nicht. Lasst der kindlichen Kreativität ihren Lauf. Ihr werdet staunen was sich hier für Kunstobjekte offenbaren.

Um die Äpfel nicht zu verwechseln werden die Initialen der Zwerge darauf geschrieben und auch auf die darunter liegenden Zettel werden fleißig die Namen notiert. Wobei, ganz ehrlich: Jedes Kind erkennt grundsätzlich sein eigenes Kunstwerk. Aber Sicherheit geht nun mal vor.

Für jeden Apfel wird noch ein Stiel ausgewählt und von dem mitgebrachten Ast abgeschnitten. Dieser wird ganz zum Schluss dem Apfel noch aufgesetzt.

Verschiedenste Apfelformen mit und ohne Mausehöhlen entstehen. Sogar ein Gala-Apfel wird geformt. ツ

Nach dem Trocknen des Tones verleihen die Zwerge ihren Äpfeln ganz individuelle Farbkombinationen. Sie leuchten nun in kräftigen Rot-, Grün-, Braun-, Orange und Gelbtönen und sind Teil des Apfel-Projektes.

Apfelausstellung

Material

  • Tonäpfel
  • farbiges Untergrundtuch
  • Tisch
  • mit den Kindern gesammeltes Laub

Ein Kind höre ich sagen:

Zwerg 1: „Meinen Apfel finde ich schön“

Diese Aussage greife ich sogleich auf und sage zu den Zwergen, dass wir ja eine Ausstellung von ihren Ton-Äpfeln machen können. Für die Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde. Zwerg1 fragt mich, was eine Ausstellung sei. Ich antworte, dass wir einen Tisch richten können, mit einem schönen Tuch darauf und die Äpfel darauf stellen würden, dann könnten die Gäste sie betrachten.

Es war kurz ruhig.

Zwerg1 sagt zu mir: „Du bist ein Genie!“

Ich: „Warum bin ich ein Genie?“

Zwerg1: „Weil Du einen Plan hast“

Ich: „Welchen Plan habe ich denn?“

Der Zwerg deutet mit den Fingern und sagt: „Den einen Tisch da, den Apfel da und dann werden die Mamas und Papas unsere Äpfel sehen.“

Wir lächeln uns an.

Apfeldruck-Laternen

Anknüpfend an das Apfelprojekt werden heute unsere Laternen für den Laternenlauf vorbereitet. Die Kinder kommen nacheinander an die Reihe und suchen sich für den Druck die Farben heraus. Diese werden auf einen Pappteller gegeben und mit einem Pinsel bereitgestellt.

Die Zwerge versehen die Apfelhälften mit Farbe. Dann wird das vorgesehene Pergamentpapier damit bedruckt.

Am Ende entscheiden die Kinder, ob sie noch einen „Zauberapfel“ auf ihre Laterne möchten. Der Zauberapfel ist eine mit Farbe überzogene Apfelhälfte, welche die Kinder mit Punkten versehen. Das Endergebnis wird ein marmorierter Apfel sein.

Zwerg 1 des späteren ganz erfreut im Malzimmer: „Schau mal Niki, ich male einen Apfelbaum mit Bananen und Obst daran.“

Rollenspiel „Der Apfelkönig“ 

Material

  • Äpfel
  • Symbolkarten
  • Stirnband
  • Geschichte

Als die Kinder sitzen sage ich ihnen, dass ich die GeschichteDer Apfelkönig“ mitgebracht habe und diese jetzt vorlesen werde.

Ich weise die Zwerge daraufhin, dass sie heute besonders gut zuhören sollen.

Sie wiederholen mit ihren eigenen Worten die Erzählung um den Inhalt zu vertiefen.

Im Hauptteil nun wollen wir die Geschichte „Der Apfelkönig“ nachspielen. Aus einem Körbchen ziehen die Kinder Karten, auf denen ihre Rollen abgebildet sind. Passend zu der gezogenen Figur erhält das Kind ein Stirnband, welches die zu spielende Figur symbolisiert. Wir markieren grob Schloss und Garten um eine Orientierung herzustellen. Ab hier beginnt das Rollenspiel.

Die Kinder erhalten von mir die Information der noch verbleibenden Zeit um sich darauf einstellen zu können. Die Stirnbänder werden  zum Schluss in die Schachtel zurückgelegt und damit die „Rolle“ abgegeben. Das ist ganz wichtig.

Memory zum Apfelprojekt

Im Stuhlkreis machen wir heute alle gemeinsam ein Memory. Hier geht es nicht ums Gewinnen, sondern um das Erinnern an die vorangegangenen Angebote und die dabei empfundene Gefühlslage der Zwerge. Allen fällt zu dem Thema etwas ein und die verschiedensten Gedankengänge kommen zu Tage. Wir haben sehr viel Freude daran uns zurück zu erinnern, darüber nachzudenken und miteinander darüber zu sprechen. Das festigt unser Erlebtes und gibt uns Zusammenhalt, ein Gemeinschaftsgefühl und Teamgeist.

Übrigens hat mir mein lieber Ehemann bei der Ideenfindung, ausdrucken und kleben geholfen. Was habe ich für ein Glück, so einen lieben Menschen an meiner Seite zu haben.

Fingerspiel „Apfelbaum und Zottelzaum“

Da der Text von diesem Fingerspiel nicht der meine ist, werde ich ihn hier nicht niederschreiben. Vielleicht kennt ihr das Spiel, oder habt auch die nötige Literatur vor Ort.

Apfelbaum malen

Material

  • Rinde
  • Apfelbaum-Puzzle
  • Farben
  • Papier

Kurzer Rückblick zu der Geschichte „Der Apfelbaum“. Nun kommt der praktische Teil hinzu: Die Zwerge legen nun gemeinsam ein Puzzle von einem Apfelbaum. Im Hauptteil haben sie die Aufgabe den im Vorfeld besprochenen Baum künstlerisch/zeichnerisch darzustellen.

Zur Anschauung haben wir einen Blumentopf mit einem kleinen Baum auf unserem Maltisch stehen. Am Ende findet eine Wertschätzung der Bilder durch gemeinsames Betrachten statt und das Aufräumen der Arbeitsflächen.

Turnstunde  

Material

  • Tücher
  • Reifen
  • Bänke

Wir versammeln uns auf den Bänken. Den Kindern erkläre ich die Spielregeln für das folgende Aufwärmspiel: Die Zwerge rennen im Kreis. Nach einer kurzen Weile rufe ich die vorab vereinbarten Wörter Apfel, Kern oder Apfelbaum. Sie erinnern sich an die damit verbundenen Aufgaben und führen diese durch. Es geht primär um das gleichzeitige Bewegen, Zuhören und Umsetzen der Wörter.

Bewegungsgeschichte

Die Kinder sitzen auf der Sitzbank und horchen der Geschichte zu. Im Vorfeld wurde erklärt, dass bei der Benennung der eigenen Farbe bis zur Wand nach vorne und wieder zurück gerannt werden soll. Wir müssen so lachen dabei.

-Im Herbst nun fallen die frisch polierten Äpfel vom Baum herunter.

-Erst fallen die roten Äpfel vom Apfelbaum.

-Dann fallen die gelben Äpfel herunter.

-Zuletzt plumpsen die grünen Äpfel herunter.

 

-Jetzt liegen alle Äpfel in der grünen Wiese verstreut.

-Die gelbe Sonne scheint herunter,

-und färbt die Äpfel rot.

 

-Für Omas Kuchen werden die roten Äpfel benötigt.

-Für den Apfelsaft werden die grünen Äpfel eingesammelt.

-Für das Apfelmus werden die gelben Äpfel ausgewählt.

Gestaltet die Geschichte nicht zu kompliziert. Es reichen einfache kurze Sätze.

Im zweiten Hauptteil tun sich jeweils zwei Kinder zusammen. In unserem Apfelbaum sitzen die Apfelmännchen. Sie wissen, dass bald die Ernte bevorsteht und sind eifrig dabei sich gegenseitig zu polieren und fein zu machen. Es beginnt eine Erzählung und unsere Apfel-Zwerge beginnen mit ihrer Arbeit. Wenn ihr wollt stelle ich Euch mein ausgefertigtes Dokument zur Verfügung, worin auch der Schlussteil zu ersehen ist. Dann einfach Bescheid sagen. Ganz viel Freude damit.

Apfelsaft pressen

Im Vorfeld vor dem Apfelsaft pressen in der Bücherecke beim Vorlesen:

Zwerg 1: „Bei der Omi habe ich eine Handmühle. Wenn ich da oben Trauben rein tue, kommt unten Traubensaft heraus“

Ich: „Geht das auch mit Äpfeln?“

Zwerg 1: „Nein, ich glaube nicht“.

Zwerg 2 daraufhin: „Wir haben einen Apfelbaum“

Die Idee aufgreifen und miteinander umsetzen ist die Devise.

Deshalb findet heute unser Ausflug zu den Apfelbäumen statt. Ich habe ein solches Glück so liebenswerte Eltern zu haben, die diesen besonderen Tag, mit ihrem Wissen rund um das Thema Äpfel und Saftpressen begleiten. Dafür bin ich Euch für immer dankbar. Ich liebe Euch beiden naturbewussten, für mich allwissenden Menschen. Der Tag steht im Zeichen der Sonne und wir treffen nach einem guten Fußmarsch , auf unserem Apfelgrundstück ein.

Vor Ort versammeln wir uns in einem Kreis. Die Kinder erfahren etwas über die verschiedenen Apfelbäume mit den entsprechenden Sorten. Hier knüpfen wir an unsere Apfelverkostung im Kindergarten an, wodurch die Kinder aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen können. Es werden drei Gruppen gebildet, jedes Kind durchläuft die verschiedenen Stationen.

Wir schauen uns bewusst die alten Bäume an. Edel, stolz und voller Kraft tragen sie das reife, rote und grüne Obst an ihren Ästen und Zweigen. Danke möchten wir dazu sagen, dass ihr uns so sehr verwöhnt mit Eurer Gabe. Wir legen die Hände auf den Stamm und bedanken uns dafür. Nun lesen wir die am Boden liegenden Äpfel auf. Wir pflücken keinen Apfel vom Baum. Die Zwerge erhalten hierfür einen kleinen Apfelbeutel, in welchen sie die vom am Boden aufgelesenen Äpfel sammeln können. Wir unterscheiden zwischen Fallobst und fauligen Früchten und sortieren sie in die entsprechenden Behälter.  

Eine weitere Zwergengruppe verarbeiten die eingesammelten Äpfel der ersten Gruppe. Hierfür stehen ihnen Schneidebrettchen und Messer zur Verfügung. Die Äpfel werden grob zerkleinert und in den Schredder gefüllt, der sie in kleine Teile zerreißt. Dadurch kann später beim Pressen mehr Saft aus dem Obst gewonnen werden. Reihum dürfen sich die Kinder an dem großen Dreh-Rad erproben. Es erfordert großen Kraftaufwand um die Maschine in Bewegung zu setzen um die Äpfel zu zerkleinern (Maische).

Die Maische der vorherigen Gruppe wird von den Zwergen in den Sieb-Beutel gefüllt und in die Saftpresse gehängt. Hier erfolgt die Pressung. Dafür wird mit Menschenkraft die Maische zusammengedrückt. Der dabei austretenden Saft wird aufgefangen und durch ein Sieb in die bereitstehenden Flaschen abgefüllt. Am Ende bleibt neben wunderbaren Saft noch sehr trockener Presskuchen über, der sich wunderbar zum Kompostieren eignet.

Das ist anstrengend und wir kommen alle doch sehr aus der Puste. Umso stolzer sind wir, als wir unsere ganze Arbeit am Ende begutachten. Zur Stärkung essen wir natürlich einen Apfel.

Wir räumen zusammen unsere Arbeitsstationen auf, dabei ist darauf zu achten, dass die Streuobstwiese genauso verlassen wird, wie wir sie vorgefunden haben.

In unserem Kindergarten angekommen probieren wir ein winziges Schlückchen von unserem Apfelsaft. Damit wir keine Bauchschmerzen bekommen, füllen wir den restlichen Saft in Glasflaschen und bewahren sie leicht geöffnet im Kühlschrank auf. In unserem Morgenkreis, dürfen wir nun jeden Morgen ein Schnapsgläschen davon kosten. Das ist wunderschön und lässt unser Herz erstrahlen. 

Freies Spiel

Am heutigen Tag bauen die Zwerge in der Bewegungsecke eine Apfelsaft-Presse aus Bewegungsmaterialien wie Hütchen, Stangen, Bällen und Matten nach. Selbstverständlich wird die Maschine dann auch vorgeführt und alle dürfen symbolisch von dem friscch gepressten Saft probieren. Der Impuls kommt alleine von den Kindern und wird von uns Erziehern dann aufgegriffen und weitergeführt.

Unser Apfelfest

Für unser Apfelfest werden in verschiedenen  Angebotseinheiten im Vorfeld Äpfel klein geschnitten, wie wir es von unserem Projektbeginn her kennen. Davon bereiten wir unseren bekannten Apfelsalat und Apfelbrot-Auflauf zu, stellen Apfelchips und Apfelküchlein her, kochen Apfelmus, stechen Formen für Apfelplätzchen aus und backen einen großen Apfel-Blechkuchen. Wobei, es wurden dann doch drei Bleche. ツ Die Festgirlanden werden natürlich in Apfelformen vorbereitet in den Farben Gelb, Orange, Rot, braun und Grün. Die passenden Servietten haben wir besorgt und einige Zweige und Blätter unserer Apfelbäume zieren den Tisch. Hier nehmen wir natürlich nur die heruntergefallenen Naturmaterialien. Ein wunderschönes Fest wird gefeiert und angestoßen mit frisch gepresstem Apfelsaft. Hier wird jedem Zwerg eine Apfelurkunde überreicht und wir sind alle überaus glücklich über diese wunderbare Zeit.

Schreibt mich gerne an falls ihr Fragen habt, Euch etwas unklar ist oder ihr Hilfe benötigt.

Fazit: Denkt immer daran: Es sind alles meine eigenen, persönliche Ideenkompositionen, die ihr zwar verwenden dürft und sollt, weswegen Eure eigene kreative Ader aber nicht zum Erliegen kommen soll. Hört auf Euer Inneres, spürt in Euch hinein und ihr werdet sehen, was zu Euch passt, was ihr verändern und neu hinzunehmen wollt. Das wichtigste: Hört auf die Stimmen der Zwerge, die weisen Euch den Weg. Für einen Kommentar bin ich Euch dankbar, da ich meine Arbeit für Euch hier frei zu Verfügung stelle. Ich war selbst auch einmal Auszubildende und „neu“ in meinem Erzieher-Beruf, weshalb ich weiß, dass einen solche Tipps und Vorerfahrungen motivieren und inspirieren können. Für ein Daumen nach oben, bin ich Euch deshalb dankbar. ♡★

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Lieder-Potpourri

#Kinder #Lieder #singen #Sprüche #Fingerspiele #Erzieher #Eltern #Freude #Glück #Gemeinsamkeit

In meinem Alltag mit den Zwergen sammelt sich ein Potpourri an verschiedenen Liedern, Sprüchen und Fingerspielen an.

Kinderverse und auch Lieder üben auf Kinder eine besondere Faszination aus. Es ist fast wie Zauberei, wie das Eintauchen in eine andere Welt und nicht nur die Kleinsten sind erstaunt, auch bei den Erwachsenen ruft es Bewunderung hervor.

Meist möchten die Kinder den Vers immer und immer wieder hören. Dem Aufbau der Sprache liegt hier ein großes Ermessen bei. Und das geschieht alles sehr spielerisch.

Schon sehr kleine Kinder lauschen aufmerksam auf Töne und Gleichmäßigkeiten. Manch Rhythmus wird dann zum lustigen Spiel. Auch wenn viele Verse keinen logischen Inhalt haben, hören die Kinder alle Nuancen der zu lernenden Sprache. Auch das Lachen kommt hierbei nicht zu kurz.

Mein Mi
Meine Ma
Meine Mutter schickt mich her

Ob der Ki
Ob der Ka
Ob der Kuchen fertig wär.

Wenn er ni
Wenn er na
Wenn er noch nicht fertig wär,

Käm’ ich mi
Käm’ ich ma
Käm’ ich morgen wieder her.

Es macht sehr viel Freude mit Wörtern zu spielen, Wörter zu verdrehen und Silben zu wiederholen.

Auszählreime sind gerade bei älteren Kindern eine liebgewonnene Möglichkeit, um Rhythmus und Reim zu üben. Auch Abklatschspiele mit den dazugehörigen Sprüchen gehören hier dazu.

In der Grippe, der Kita und dem Hort benötigen die Erzieher/innen und betreuenden Personen einen Schatz an vielen Versen, Reimen und Liedern, auf die sie spontan und Situationsabhängig zurückgreifen können.

Für das Sammeln dieser Sprachschätze gibt es mehrerer Möglichkeiten. Die Lieder können zum Beispiel in Ordner abgeheftet werden. Das ist die häufigste Form, welche ich in Kitas erfahren durfte. Mit Unterteilblätter können hier die Lieder thematisch zugeordnet werden.

Auch können die passenden Verse und Lieder auf einem Plakat arrangiert und an den passenden Stellen in der Einrichtung aufgehängt werden, wie beispielsweise über dem Wickeltisch, der Garderobe, dem Esstisch oder dergleichen. Mit schönen Bildern ausgestattet, dient es gleichzeitig der Dekoration des Raumes und kann hier farblich passend eingesetzt werden.

Da ich selbst sehr gerne mit Bildern, Formen und Farben arbeite, habe ich für mich ein eigenes Aufbewahrungssystem gefunden. Begonnen damit während der Ausbildung, hat sich über viele Jahre ein großes Potpourri an alten und neuen Liedern, Versen und Spielen gesammelt. Für den Rest meines Berufslebens bin ich schon jetzt, für die unterschiedlichsten Situationen gewappnet. ツ

Dafür habe ich mir mein eigenes Karteikartensystem gebastelt, Aus einem alten Schuhkarton, den ich mir farblich passend bemalt habe. Die Unterteilung der Themenblätter habe ich aus einem etwas festeren Karton gebastelt und mit dem Betreff beschriftet. Bei mir hatte es den Gedanken dabei, etwas ganz Eigenes zu gestalten. Die Persönlichkeit und Individualität ist dabei ein wichtiger Indikator. Falls ihr nicht selbst kreativ werden wollt, gibt es eine Vielzahl an Profi-Karteikästen zu kaufen.

Die Karteikarten gibt es in fast jedem Schreibwarenladen zu erwerben. Ob weiß, bunt, liniert oder blanko und das in vielen verschiedenen Größen.

Für meine Arbeit mit den Zwergen habe ich, zur Förderung der Partizipation, schon im Grippenalter farbige Karten gestaltet, welche meist im Morgenkreis, aber auch zwischendurch am Nachmittag bei mir zum Einsatz kommen. Auf der Vorderseite der Karten ist das Thema mit schönen, von mir meist selbstgemalten oder gebastelten Bildern, bildlich dargestellt.

Auf der Rückseite sind die dazugehörigen Liedtexte oder Spiele beschrieben. Hier im Beispiel das Lied „Ein kleiner grauer Esel“ und das Fingerspiel „Zwerge“. Das hat den Vorteil, dass tatsächlich alle anwesenden Pädagogen die aktuellen, für die Kinder wichtigen Reime und Verse umsetzen können. Die Kinder werden dadurch keinen Nachteil an ihrem bekannten Rhythmus verspüren, sollte eine Kollegin einmal nicht anwesend sein.

Die Kinder lieben dieses Ritual. Abwechselnd suchen sie sich täglich ein Lied, Singspiel, Reim, Gedicht oder Vers heraus und freuen sich unwahrscheinlich darüber. Sie sind teilweise sehr stolz darauf und sind unfassbar entzückt, wenn sie an der Reihe sind. Die Mitbestimmung ist ein wichtiger, pädagogischer Faktor. Bei den 3 – 6-jährigen, habe ich eine Strichliste mit den Kindernamen eingeführt, da diese Altersgruppe dem Thema Gerechtigkeit sehr offen gegenübersteht und die Fairness hier nicht zu kurz kommen darf. Die Kinder dürfen sich dabei selbstständig mit einem Buntstift abhaken. Da ich in der Grippe viel weniger Kinder zu betreuen habe, reicht hier mein Gedächtnis, um fair zu handeln und jeden Tag einem anderen Kind die Mitbestimmung zu überlassen. Nichtsdestotrotz notiere ich mir die Namen der Kinder meist auf einem Blatt Papier, um auch meinen Kollegen einen fairen Umgang mit dem Thema zu ermöglichen.

Fazit: Mein buntes, selbstgestaltete Karteikartensystem ist mein ganzer Stolz. Auch meine Partizipations- und Gedächtniskarten sind ein wichtiger Teil in meinem pädagogischen Alltag. Probiert es aus, werdet kreativ und lasst die Zwerge an allem teilhaben.

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Mit Kinderaugen sehen

#Augen #Pupille #Kinder #Tiere #Wertschätzung #Perspektive #Rahmen #Staunen

Was bedeutet es, mit Kinderaugen zu sehen?

Wir müssen hierfür einen Perspektivwechsel eingehen und uns auf die Ebene der Kinder begeben. Für uns heißt das, dass wir die Welt aus der Sicht der Kinder sehen lernen und sich uns unendlich neue Blickrichtungen auftun. So können wir dann besser verstehen lernen, und gewisse Handlungsaktionen ehrlicher interpretieren.

Auf gleicher Augenhöhe sein. Wertschätzung leben.

In Bezug auf dieses Thema habe ich in meiner Kindergruppe im Zuge der Wahrnehmungserziehung mitunter ein Angebot durchgeführt, was sich auf die Sichtweise der Dinge konzentriert. Wir haben uns dafür Rahmen aus Fotokarton gebastelt und uns in die Natur aufgemacht. Nicht weit entfernt von uns befinden sich die Weinberge. Dort treffen wir auf Blümchen, Gräser, Moose, Käfer, Ameisen und Weinreben.

Dadurch erleben die Kinder die Natur mit allen Sinnen. Sie lernen Pflanzen und Tiere und ihr Zusammenleben im Ökosystem kennen. Ihre seelische und körperliche Gesundheit wird durch das Spiel in der Natur gestärkt und auch das Sozialverhalten gefördert. Ihren Bewegungsdrang können sie hier ausleben und ihre Sinne sensibilisieren. Mit unseren selbstgebastelten Rahmen verstärken wir diese Eindrücke: Punkte werden fixiert und aus dem Großen herausgefiltert.  

Demgemäß lernen die Kinder die Einzigartigkeit und das Wesentliche der Natur punktuell kennen und schätzen. Aber auch wir Erwachsene beginnen wieder, bedacht und ehrfurchtsvoll die Umwelt wahrzunehmen. Wir lauschen auf das, was die Kinder sagen und uns zeigen. Wir entdecken Dinge, die wir vorher übersehen haben. Wir bleiben stehen, betrachten und staunen. Dies verbindet uns, bringt gegenseitiges Verständnis für den anderen auf.

Durch das bewusste Sehen verlangt das Kind nach mehr Information, der Austausch über Beobachtungen wird zwischen Kindern und Erziehern angeregt, Lernprozesse werden in Gang gesetzt. Unser Naturerlebnis lässt sich somit auch in Alltagssituationen umsetzen: Das besondere Fachwerkhaus, die Parkanlage oder der Markt, geben uns viele Möglichkeiten Neues zu entdecken, wenn wir dies zulassen.

Hier weckt sich in mir nun die Verbindung zur Tierwelt und dessen Konsum. Denn auch hier sehen wir das alltägliche Leid der Tiere und schauen doch darüber hinweg. Wir „sehen es“ und stellen uns blind. Wir verbergen es gleichzeitig auch vor den Kindern, indem wir nicht darüber sprechen und ihnen dadurch Entscheidungsmöglichkeiten vorenthalten.

Kein Kind isst ein Tier, bis es unwissend von den Erwachsenen dazu gebracht wird. Kein Kind weiß letztendlich was es isst, aus was sein Essen besteht und welche Zutaten darin verborgen sind.

Auf dem Bauernhof umzingelt von scheinbar glücklichen Tieren, verbindet das abendliche tierische Essen mit dem Tierleid welches hier dahintersteht, keinerlei Verkettung mit den zuvor erlebten Tieren. Tagsüber streicheln, abends essen.

Ethik kommt bei Kindern aus dem Herzen. Sie würden Tieren niemals Schaden zufügen oder sie töten. Kindern deshalb tierische Produkte unterzujubeln ist der falsche Weg. Partizipation gilt auch in diesem Bereich: Kinder sollen und dürfen wissen was sie essen, woher das Essen kommt und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde, um selbstständig darüber entscheiden zu können. Hier geht es nicht darum Ängste zu schüren, sondern eine kindgerechte Darstellung der Fakten an den Tag zu legen. Die kleinen Herzensmenschen verstehen viel mehr als wir jemals vermuten könnten. Also gebt ihnen die Chance über ihre Nahrungsmittel selbst zu entscheiden.

Aus derselben Perspektive handeln: Vielleicht fällt es uns Erwachsenen leichter die Verantwortung zu diesem Thema nicht so strickt als unsere alleinige Aufgabe zu sehen, sondern die Kinder mit ins Boot zu holen. „Im selben Rahmen sitzen“ und gemeinsam entscheiden sozusagen. ツ

Fazit: Bezogen auf „Mit Kinderaugen sehen“ rahmt unser Karton Ausschnitte ein und gibt ihnen eine Bedeutung. Die Kinder haben sehr viel Freude daran und wir erzählen noch viele Tage danach im Kindergarten, was wir gemeinsam entdeckt, erlebt und gesehen haben. Für uns Erwachsene ist dieses kleine Angebot die Möglichkeit uns den Rahmen im Größeren zu setzen und das Thema Tierleid anzusprechen und danach zu handeln: Für Uns, die Kinder, die Tiere und die Umwelt.

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Barfusspfad

#Barfuss #Kind #Erwachsener #Family #Kita #Sinnesorgane #Füße #Natur #Ursprung

Was gibt es schöneres, als bei diesen warmen Temperaturen für unser Füße vorzusorgen und in unseren Einrichtungen und heimischen Gärten und Umgebungen die geeigneten Vorkehrungen zu treffen. Damit meine ich, wie in unserem Fall, einen Barfuß-Pfad.

Ein Barfußpfad ist eine Gehstrecke, auf der durch Barfußlaufen besondere Sinneseindrücke und die damit verbundene Entspannung erlebt werden können. Kürzere Fußfühlpfade mit unterschiedlichen Bodenmaterialien, aber auch kilometerlange Barfußwanderwege werden unter diesem Begriff zusammengefasst. Derartige Freizeitangebote dienen dem Zweck, die Gesundheit und Bewegungskompetenz zu fördern und das Interesse an der Natur zu wecken.

Fußfühlpfade: Gerne werden Strecken mit unterschiedlichen Materialien eingerichtet und es werden die Materialien auf Vliesbahnen, Topfuntersetzer oder in flachen Kisten bzw. Kartons untergebracht.

Für unsere Kita eignet sich ein fest eingefasster Wegabschnitte mit unterschiedlichen Materialien. Hierbei wird unsere Barfußstrecke auf ein paar Meter angelegt.

Inspiration geben uns die unzähligen Barfußpfade in Deutschland, welche ich Euch allen nur ans Herz legen kann.

Unser Sinnesweg soll vorbereitete Fuß-Fühlstrecken mit abwechslungsreichen Naturmaterialien bieten sowie einen Baumstamm zum Balancieren beinhalten.

In dem oberen Bildbeispiel hat mir im übrigen einer der Zwerge erklärt, dass hier die Spuren eines Wolfes vorzufinden sind…..ツ Ich hoffe ihr könnt es erkennen….ツ

Das Sinneserlebnis abwechslungsreicher Bodenbeläge und Materialien soll den Zwergen geboten werden. So soll das Fühlen von Holz, Steinen, Rindenmulch, Rasen, Lehm, Schlamm und Wasser einen besonderen Reiz vermitteln, sowie die Konzentration schulen, den Bewegungsapparat kräftigen und die Abwehrkräfte stärken.

Eine von mehreren Möglichkeiten der Sinnesförderung geht zurück auf Hugo Kükelhaus (1900-1984), einem Universalgelehrten. Er beeinflusste die „organgerechte Gestaltung“ vieler Einrichtungen.

Kükelhaus beschäftigte die Frage, wie der Mensch wieder zur bewussten Wahrnehmung seiner Organe befähigt werden könnte, um mit sich selbst in Einklang zu kommen. Er erkannte es als notwendig, in unmittelbarer Berührung, also hautnah, mit den großen Erscheinungen der Natur und mit ihren Gesetzmäßigkeiten zu kommen, weil es dieselben Gesetzmäßigkeiten sind, nach denen sich auch der Mensch bildet.

„Was uns erschöpft, ist die Nichtinanspruchnahme der Möglichkeiten unserer Organe, ist ihre Ausschaltung, Unterdrückung, was aufbaut, ist Entfaltung“.
-Hugo Kükelhaus-

Der Erfinder möchte den Menschen wieder zur bewussten Wahrnehmung seiner Organe befähigen, um mit sich selbst in Einklang zu kommen. Dabei gelangt der Mensch auch zu der Erkenntnis, dass die Wahrung der Gesetze, Regeln und Bedingungen der eigenen Natur den Menschen befähigt, in den Erscheinungen der äußeren Natur die gleiche Gesetzlichkeit wahrzunehmen und zu wahren. Gerade für Kinder eine optimale Gelegenheit dies zu trainieren.

Es wird also ein Barfußpfad errichtet, bei dem sich Materialien mit starken und schwachen Reizen abwechseln. Diese „Schule des Gehens“ soll auf vielfältige Weise dazu anregen, alle Funktionszusammenhänge des „aufrechten Ganges“ auszubilden. Vor allem wird der Gang aus dem bestimmten Kontakt der Füße mit den verschiedensten Materialien bestimmt. Die Füße selbst werden, indem sie sich verschiedensten Materialstrukturen anpassen, außerordentlich angeregt. Dies ist keineswegs nur für die Fußmuskulatur wichtig, denn Nervenbahnen verbinden die Fußsohlen mit allen Organen des ganzen Körpers und leiten die belebende Wirkung zu ihnen weiter. Diese „Massage“ wirkt auf feinste Weise in die Tiefen des gesamten Organismus.

Nach diesen bezauberten Vorgaben bauen wir unseren eigenen, etwas abgespeckten Barfußpfad. Alle helfen mit: Die Kinder, Eltern, Freunde, Verwandte und wir Erzieher.

Vor allem die Vorarbeiten in unserem Geräteraum motivieren die Kids an unserem Projekt mitzuarbeiten. Voller Elan messen, sägen und transportieren sie die Materialien vom Werkraum bis in den Garten. Ich bin so stolz auf Euch.

Die Arbeiten im Garten, wie das Ausheben des Bodens, das Setzen von Randsteinen und die Befestigung des Untergrundes, wurde von mir und meinen Kollegen/Innen abgeschlossen. Die Kinder und Eltern besorgten und organisierten die verschiedensten Materialien: Kopfsteinpflaster, Sand, große Holzscheiben, Moos, Dachziegel, Korken, Basaltsteine, Rindenmulch, Tannenzapfen, Sägemehl und Bachsteine.

Unter großer Beteiligung der Kinder werden die verschiedenen Materialien in die vorbereiteten Felder des Barfußpfades eingebracht, die Räume zwischen den einzelnen Pflastersteinen sowie der Baumscheiben, der Bachsteine und der Topfuntersetzer werden mit Sand ausgefüllt. Rindenmulch und Moos dazu festgetreten.

Die Kinder haben nun genügend Zeit, den Pfad auszuprobieren und von ihm vollends Besitz zu ergreifen. 

Fazit: Die Planung verläuft wie geschmiert und die Kinder und auch die Eltern sind den gesamten Zeitraum mit Begeisterung bei der Sache. Der Barfußpfad wird fristgerecht fertig und rege von allen Beteiligten genutzt, ebenso die Materialien und Ideen zur Sinnesförderung der Eltern und Großeltern angenommen. Ein intensives Miteinander zwischen Kindern, Eltern, Großeltern und uns Erziehern ist das Ergebnis. Welch ein dankbares Projekt. Macht es unbedingt nach.

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