Monat: Juli 2017

Norden

#Norden im Norden # Seeluft #Urlaub #Wind #Zweisamkeit #Museen

Unser erster gemeinsamer Sommerurlaub in der Stadt Norden.

Wir reisen in chaotischen Verhältnissen über Nacht mit der Bahn in dieses für mich bis dato unbekannte Städtchen. Bis jetzt wissen wir nicht, dass uns die Nordsee ab diesem Zeitpunkt im Sommer nie wieder loswerden wird. Zwar nicht hier, aber die Luft haben wir geschnuppert.

Das Wetter ist nordisch: Unbeständig, regnerisch und windig. Wie ihr schon wisst sind wir aber spontan und niemals verzweifelt. Wir disponieren um, planen wetterentsprechend und genießen dabei unsere Zweisamkeit. So erfahren wir Dinge, welche wir unter anderen Umständen gar nicht hätten erleben dürfen. Ein Träumchen. ツ

Die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich

Jetzt möchte ich ausholen. Die letzten Jahre habe ich mich aktiv gegen Zoo´s, Tierparks und das Einsperren von Tieren eingesetzt. Delphine waren vor allem vor dem Tierpark Nürnberg das Hauptthema. Dafür habe ich Plakate entworfen und umgesetzt und viele Reisen getätigt. Was ich jedoch niemals nie gemacht habe ist, Geld für die Eintrittskarte gezahlt, um mir die dort eingesperrten Tiere anzusehen. Es ist mir zuwider nur einen Cent für diese Gefängnisse zu investieren. Mein Gewissen macht da nicht mit. Ich habe in dieser Zeit Verständnis für die Tierschützer, welche sich um das Wohl der dort leidenden Geschöpfe Sorgen machen und regelmäßig die Wasserbecken kontrollieren und Auskunft über den Gesundheitszustand der Lebewesen geben können. Für mich undenkbar.

Hier im Urlaub stehe ich vor der Entscheidung, ob ich das erste Mal einen Sprung über meine Einstellung mache. Nichts ist eingemeißelt, alles kann relativiert werden. Und was soll ich sagen: Jens und ich besuchen die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich mit dem Hintergrund, dass hier zwischen 80 und 150 verwaiste Seehunde, aber auch Kegelrobben jährlich aufgezogen werden, um später in der Nordsee wieder die Freiheit zu erlangen. Ich bin gutgläubig und springe über meinen Schatten.

Die Seehundstation Norddeich ist zuständig für das Niedersächsische Wattenmeer, das als Nationalpark und Weltnaturerbe besonderen Schutz genießt. In der naturnah gestalteten Beckenanlage können die Gäste die Seehunde auf den Liegeflächen, im und sogar unter Wasser beobachten.

Ich bin sehr aufgeregt und habe trotz allem ein sehr mulmiges Gefühl. Gehe ich mir als Person mit gewissen ethischen Vorstellungen fremd? Gehe ich von meinem ursprünglichen Weg ab? Werde ich mir selbst unglaubwürdig, wenn ich eine Eintrittskarte für diese Seehundstation kaufe? Wird den Tieren dort geholfen, oder ist das reiner Touristenbetrug?

Wir informieren uns und entscheiden uns dafür. Eine große Ausstellung in der Seehundstation zeigt das Leben der Seehunde und lässt den Besucher, vieles über ihren natürlichen Lebensraum – das Weltnaturerbe Wattenmeer -, hautnah erleben. Für jede Altersgruppe wird ein vielfältiges Programm zu den Themen Seehund und Naturerlebnis Wattenmeer angeboten.

Trotzdem ist die Sichtweise, welche ich auf die Angebote dort lege, sehr kritisch. Mir macht niemand so leicht etwas vor. Dafür habe ich tierschutzmäßig zu viel erlebt und werde auch von Jens dahingehend sensibilisiert. Mein gutmütiges menschliches Gemüt macht mir hier manches Mal einen Strich durch die Rechnung. Aber ganz so blauäugig bin ich dann doch nicht. Das Gefühl die Seehunde lebendig zu sehen war enorm zwiespältig: Die Euphorie der um uns stehenden Menschen lies nicht nach, doch mein kritischer Blick mit dem unwohlen Gefühl bleibt fraglich. So bin ich, so sind wir. Wenn den Tieren letztendlich aber in diesen Auffangbecken geholfen wird, kann ich es nur gutheißen und hoffe, dass alle Lebewesen nach der Gesundung die Freiheit wieder erleben dürfen.

Das Wetter bleibt weiterhin unbeständig und wir entschließen uns, das Ostfriesische Teemuseum in Norden-Norddeich zu besuchen.

Auf über 1000 qm Ausstellungsfläche werden Anbau, Ernte und Verarbeitung des Tees ebenso anschaulich dargestellt wie dessen gesellschaftliche Bedeutung aufgezeigt. In verschiedenen Ländern haben sich unterschiedliche Rituale rund um den Tee entwickelt.

Ostfriesland kommt mit seiner Teekultur einer besonderen Bedeutung zu. Sehr interessant.

Am nächsten Tag besuchen wir das Marinemuseum in Wilhelmshaven. Museumsschiffe und das Freigelände sind zu bestaunen. Die Technik vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart sind dargelegt und die Atmosphäre ist zu spüren.

Essenstechnisch versorgen wir uns mehr schlecht als recht. Zwar 100%ig pflanzlich, aber es ist die Plastikverpackung, welche sich manches Mal nicht vermeiden lässt, obwohl wir vieles selbst zubereiten.

Ein Besuch im Hafen zeigt Euch den morgendlichen Nebel am heutigen Tag.

Die Fischernetze gefallen mir gar nicht. Die engmaschigen, netzförmigen Flächengebilde, werden zum Fischfang benutzt. Sie bestehen aus Verknotungen von Fadenreihungen mit einer Fadenfolge, wodurch sie die Unverschieblichkeit dadurch besitzen, dass sich die Knoten durch Zug in jeder der Fadenrichtungen fester schließen. Es ist der Horror und ich möchte nicht wissen, wie viele Seelen in diesem Haufen ihr Leben lassen mussten.

Die Möwen sind ausgezeichnete Segelflieger, insbesondere auch bei starkem Wind. Sie suchen vor allem den Strand nach Nahrung ab und jagen manchmal anderen Vögeln die Beute ab. Wenn sie nach Nahrung tauchen, dann sind nur der Kopf und ein Teil des Körpers unter Wasser. Und laut sind sie. 

Fazit: Einmal Norden, nicht immer Norden. Jedenfalls für uns. Da wir die Stadt meinen, bleibt die Gegend aber die unsere und wir werden unsere weiteren Sommerurlaube auf Sylt verbringen. Im Prinzip ist jedes Fleckchen Erde für mich perfekt, wenn mein Seelengefährte und geliebter Mensch bei mir ist. ♡

Schloss Nymphenburg

#Schloss #Nymphenburg #Residenz #Park #Erholung #Liebe #Lernen #Wissen 

Unser Besuch im Schloss Nymphenburg im Westen Münchens. Nach dem wundervollen Aufenthalt im Schlosspark Nymphenburg und den kleinen Parkburgen widmen wir uns den Sehenswürdigkeit Rund um das Schloss. Die Spannweite übertrifft mit 632 Metern selbst Schloss Versailles.

Das Schloss war jahrhundertelang die Sommerresidenz der Wittelsbacher. Die Ente hier oben im Bild übrigens hatte sichtlich Freude an uns. Kaum zu glauben bei den riesigen Besucherzahlen tagtäglich. Sehr geduldig die Madame.♡

1663 wurde durch Schenkung ihres Gemahls die Bayerische Kurfürstin Adelheid von Savoyen zur Eigentümerin der Hofmark Menzing, wo bereits Schloss Blutenburg lag. Anlass war die Geburt des Kurprinzen Max Emanuel, des lange ersehnten Thronerben. Erst unter Max Emanuel wurde die Münchner Residenz eine Generation später ausgebaut. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg bis 1714 und der Besetzung Bayerns durch die Österreicher wurden die Arbeiten ab 1716 wiederaufgenommen und die Parkburgen entstanden.

Im Nymphenburger Vertrag von 1741 verbündeten sich Frankreich, Spanien, Bayern, Sachsen mit Preußen gegen Österreich. Kurfürst Karl Albrecht lebte nach seiner Rückkehr nach München in seiner Zeit als Kaiser ab Oktober 1744 meist in Nymphenburg. Im Jahre 1747 gründete Karl Albrechts Sohn Kurfürst Max III. Joseph die Nymphenburger Porzellanmanufaktur. Als wichtigste Sommerresidenz war Nymphenburg Schauplatz zahlreicher Festlichkeiten des Hofes, 1763 nahmen die Mozarts an einer großen Gala auf Schloss Nymphenburg teil und Wolfgang Amadeus Mozart spielte vor dem Kurfürsten. 1792 ließ Kurfürst Karl Theodor den Nymphenburger Park auch für das Volk öffnen.

1805 fiel der österreichische Feldmarschallleutnant Karl Philipp zu Schwarzenberg mit 200 Husaren in Schloss Nymphenburg ein und forderte mit ultimativen Drohungen den Anschluss der bayerischen an die österreichischen Truppen, bewirkte aber dadurch eine bayerische Allianz mit Frankreich.

König Maximilian I. starb 1825 im Schloss, sein Urenkel König Ludwig II. wurde 1845 hier geboren. 1863 fand in Nymphenburg das einzige Treffen zwischen Ludwig und Otto von Bismarck statt, der ihm in lebenslanger Freundschaft verbunden blieb. 1873–1875 wurde Prinz Otto im südlichen Pavillon unter Isolation gehalten.

Von 1890 bis 1916 befand sich 200 Meter östlich des Schlosses am Romanplatz der Volksgarten Nymphenburg, der zur damaligen Zeit größte Freizeitpark Deutschlands.

Durch die Revolution 1918 kam Nymphenburg dann in Staatseigentum. Die Wittelsbacher behielten ein begrenztes Wohnrecht, das vom jeweiligen Oberhaupt des Hauses Wittelsbach genutzt wird.

Mit dem Ende der Weimarer Republik bemächtigten sich die Nationalsozialisten der Anlage. Die Ortsgruppenleitung der NSDAP erhielt einen unterirdischen Bunker. Während des Zweiten Weltkriegs wurden das Hauptschloss und die Amalienburg zum Schutz vor Luftangriffen mit einem Tarnanstrich versehen, die großen Wegeflächen dunkel belegt und Teile des Mittelkanals abgedeckt. Nach dem Krieg wurden die Schäden beseitigt. 1952 erfolgte die Eröffnung des heutigen Marstallmuseums. Häufig diente das Schloss als Filmkulisse.

Einige Räume haben ihre originale Barockdekoration erhalten, andere wurden später im Stil des Rokoko und des Klassizismus umgestaltet.

Deckenfresko im Steinernen Saal

Im Mittelpavillon gestaltete François de Cuvilliés ab 1755 den über drei Geschosse reichenden Steinernen Saal als Festsaal. Die Fresken entstanden unter der Leitung von Johann Baptist Zimmermann, das zentrale Deckenfresko stellt Helios im Sonnenwagen, begleitet von anderen Göttern, dar. In seiner Form stammt der Saal jedoch noch aus der ersten Bauperiode von Barelli und Zuccalli, auch die Wand- und Fenstergliederung durch Viscardi von 1702–1704 wurde damals beibehalten.

Geburtszimmer von König Ludwig II.

Südliche Pavillons und Marstall

In den ehemals königlichen Stallungen im Südtrakt befindet sich das Marstallmuseum, mit einer der bedeutendsten Kutschensammlungen Europas. Darüber befindet sich die Sammlung Nymphenburger Porzellans. Wir waren in beiden Museen, auch wenn die Zeit sehr knapp war und die Museumswärter ein Auge zudrückten und uns die letzten Minuten bis zur Schließzeit auskosten ließen..

Die Auswahl der Fotos im Marstallmuseum fällt mir sichtlich schwer: Warum war Ludwig II. nur so protzig? Etwas übertrieben hat er es schon. Mir als Minimalistin ist diese Lebensweise sehr schwer nachzuvollziehen. Aber alles in allem war der Besuch sehr faszinierend. 

Hotel Prinz Myshkin

Daran anknüpfend entführte mich mein allerliebster Herr Gemahl in das Prinz Myshkin garden Parkhotel, welches in direkter Nachbarschaft zum Schloss Nymphenburg liegt. Zu Fuß ein Hopser.

Die Küche wird wie folgt beschrieben: „Wir servieren flexitarische Küche mit einem Fokus auf kreative vegetarische und vegane Gerichte wie auch Optionen mit Fisch und Fleisch.“ Somit finden wir Gerichte wie Pizza Vegana mit verschiedenen Gemüsen und Mandelpesto, hausgemachtes, veganes Schokoladenmousse mit Mango-Maracuja-Kompott, Massaman Curry: Gelbes Kartoffelcurry mit Tofu, Karotten und Erdnüssen, wahlweise mit Reis, Quinoa oder Bulgur und Frische Trinkkokosnuss vor.  Und dies ist nur ein Auszug dessen, was hier möglich ist.

Am nächsten Morgen wurden wir von einem veganen Frühstück überrascht.

Wir haben es so genossen und ich danke Dir, mein lieber Mann, für dieses wunderbare Geschenk. ★♡

Auf dem Weg zum Olympiaturm hält uns dieser kleine, feine Imbiss auf. Es duftet so lecker und 100% vegan überzeugt uns einfach.

Die Aussicht vom Olympiaturm ist phänomenal und ich bedanke mich bei meinem Seelendiamanten für dieses Erlebnis.

Hier wartet schon unser ICE-Schätzchen auf uns.ツ

Fazit: Ein wunderbares Erlebnis in reinster Liebe und Nähe mit der Seelenhälfte die sich jeder wünscht und tierleidkonform voller Empathie für alle Seelen dieser Erde geht dieses Wochenende zu Ende. 

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner